14.03.2024

Lohn statt Taschengeld für Menschen mit Behinderungen

Derzeit befinden sich etwa 28.000 Menschen mit Behinderungen in einer tagesstrukturellen Einrichtung. Dafür sind sie unfallversichert und es wird je nach Bundesland ein monatliches Taschengeld von 35 bis 100 Euro ausbezahlt. In Zukunft wird statt Taschengeld ein echter Lohn ausgezahlt.

August Wöginger

Um Menschen mit Behinderungen die Wertschätzung zukommen zu lassen, die sie als gleichberechtigte Mitglieder unserer Gesellschaft verdienen, hat die Bundesregierung entschieden, das Konzept Lohn statt Taschengeld ins Leben zu rufen. Denn ein Auskommen durch ein eigenes Einkommen ist eine wichtige Komponente für ein selbstbestimmtes Leben.

Insgesamt steht dafür ein Gesamtvolumen von 54 Millionen Euro zur Verfügung, das in die Inklusion am Arbeitsmarkt investiert wird. Davon werden 36 Millionen von der Bundesregierung und 18 Millionen Euro von den Ländern zur Verfügung gestellt. Konkret kommt das Geld bestehenden oder neuen Projekte zugute, die den Teilbereichen inklusive Arbeitsmodelle, integrative Arbeitsmodelle oder Werkstätten*plus zuzurechnen sind.

Bei inklusiven Arbeitsmodellen sind Menschen mit Behinderungen in Unternehmen tätig – der Arbeitsplatz ist dabei individuell an sie angepasst und barrierefrei zugänglich. Bei integrativen Modellen werden Menschen mit Behinderungen zwar noch in Einrichtungen betreut oder sind im Rahmen einer gemeinnützigen Arbeitnehmerüberlassung tätig, sie sind aber in Gruppen im Rahmen von Arbeits- oder Ausbildungsverträgen am regulären Arbeitsmarkt oder etwa bei Gemeindeämtern tätig. Bei Werkstätten*plus sind Menschen mit Behinderungen im Rahmen von Arbeits- oder Ausbildungsverträgen in der Struktur oder Organisation ihrer Einrichtung tätig. In allen Fällen wird aber gewährleistet, dass eine sozialversicherungsrechtliche Absicherung besteht und ein faires Entgelt bezahlt wird.

Mit diesem Schritt setzt die Bundesregierung einen Meilenstein, um Menschen mit Behinderungen auch die Wertschätzung entgegenzubringen, die sie verdienen. Sie sind wertvolle Teile unsere Gesellschaft.

Klubobmann August Wöginger:

„Es ist ein wichtiges Ziel, Menschen mit Behinderungen bei ihrem Eintritt in den ersten Arbeitsmarkt zu unterstützen. Ich freue mich, dass wir ein praktisches Modell gefunden haben, das die Beschäftigung unter Einbeziehung der relevanten Stakeholder wirksam unterstützen wird. Diese Maßnahme ist ein weiterer Schritt, den wir für Menschen mit Behinderungen setzen. Schon bisher haben wir in dieser Legislaturperiode besonderes Augenmerk auf Menschen mit Behinderungen gesetzt.“